FocusVerändernLetztes Wochenende haben wir einen wunderbaren Workshop gehabt – Focus Verändern. Durch und mit unserer Kreativität haben wir gelernt, gemäß der Schöpfungsgeschichte unser Leben zu gestalten. Für mich war die Theorie und auch die Praxis, die sich den ganzen Tag abgewechselt haben, schlicht und einfach faszinierend.
An diesem Tag habe ich wieder Muster entdeckt, nach denen ich unbewusst handle. Zuerst kam die Erkenntnis, wie sehr ich in Strukturen hänge. Sogar so sehr, dass ich nach einer halben Stunde kreativen Schaffens – natürlich in Struktur – aufstehen musste und mir einen Kaffee geholt habe, um diesen Strukturen zu entkommen. Aber auch nach dem Feedback von Judith konnte ich nicht anders, als wieder die Bilder quadratisch auszuschneiden. Was heißt konnte, mir ist es nicht einmal eingefallen, anders zu schneiden! Bzw. es ist mir bei genau EINEM Bild mit Blumen eingefallen, wo ich die Blumen schön mit Schere ausgeschnitten habe. Na, da war ich stolz auf mich: Also sooo sehr hänge ich in den Strukturen wirklich nicht! Ha!

6907614-black-white-squares-1024x640WIE SEHR ich drin hänge zeigte sich am Nachmittag. Da kam Judith zu mir, schaute mir kurz zu wie ich arbeite und nahm ein Bild aus meinem vorbereiteten Material in die Hand und schlug mir vor, dieses Bild für meine Kollage zu verwenden. Ich war begeistert, das Bild gefiel mir sehr, es war nur noch für die richtige Größe zu schneiden.

DA NIMMT Judith das Bild in die Hand und REISST – REISST!!! – ein Eckstück ein, um das Bild in die richtige Größe zu bekommen. In dem Moment kommt bei mir eine Emotion hoch – „REISSE ES NICHT!“, die Tränen drücken sich in die Augen, ich spüre: „Ich möchte das schön haben, schön strukturiert und ausgeschnitten, eben gleichmäßig!“. Mein innerer Beobachter schaut von oben und meldet: „Wtf, was ist denn hier jetzt los?“. Ich habe die Situation beobachtet und gleichzeitig habe ich sie gelebt und gesehen, gespürt, wie sich etwas Großes in mir bewegt.

Judith riss noch ein Stückchen weiter und gab mir das Bild in die Hand, ich solle, könnte es auch in dieser Art „umrahmen“. Bis dorthin konnte ich meine Tränen noch irgendwie zurückhalten, ich möchte doch nicht wegen einem absurden Bild und dessen Umrahmung hier trenzen!

sports-hall-509718_1280Aber wie ich das Bild in die Hand nahm und es zu reißen anfing, brachen die Tränen aus. Den ganzen Bildumfang heulte ich – ich spürte Wehmut, Eindringen und Zerstören meiner Grenzen, und Wehmut, Wehmut, Wehmut. Und wie ich so meine Tränen vergoss, löste sich langsam diese Emotion und es kamen Gefühle der Ruhe, Leichtigkeit, Freiheit und Erleichterung. Am Ende atmete ich tief durch und klebte das Bild mit Freude auf die Kollage (jetzt schaut das Bild von allen am besten aus).

Von diesem Augenblick an konnte ich auch die anderen Bilder reißen statt schneiden und ich hatte neue Ideen, wie ich die Dinge, zu welchen ich keine passenden Bilder fand, Ausdruck geben kann.

Dies war mein stärkstes Erlebnis beim Workshop, aber nicht das einzige. Während dessen sind mir weitere Dinge aufgefallen:

  • Ich wollte mir nicht eingestehen, dass ich doch einen Druck bezüglich unseres Hauses verspüre.
  • Es störte mich, dass sich jemand einen gewissen Teil nahm und ineffektiv verarbeitete, welchen ich besser nutzen konnte. Dies zeigte mir, dass ich erstens dachte, es sei nicht genug für alle da und ich für meine Anteile kämpfen muss (!!! Wo im Leben denke ich so?) und zweitens, dass ich auch noch jemanden beurteile. Wie ich dies erkannte, war es mir peinlich. Was mir wiederum sagt, dass ich auch noch hohe Ansprüche zu mir habe. In dem Moment sagte ich mir und spürte nach:
    • Ich erlaube mir „Fehler“ zu machen und strebe nicht nach unerreichbaren Perfektionismus
    • Es ist genug für alle da und ich vergönne jedem das, was er hat
    • Ich akzeptiere den Weg der anderen und ohne zu beurteilen nehme ich ihn an

Diese Erkenntnisse brachten mir auch Leichtigkeit und das Gefühl, ich bin etwas Schweres losgeworden.

soap-bubble-915841_1280Außer diesen „negativen“ Eigenschaften erkannte ich gleichzeitig auch:

  • Ich bin wunderbar kreativ (trotz der Strukturen 😉 )
  • Aus „nichts kann ich etwas erschaffen“, es reicht, wenn ich mich umsehe und öffne
  • Ich habe sehr große Freude an Schöpfen, Erschaffen, Basteln
  • Ich weiss, was ich in nächster Zeit erreichen möchte
  • Ich bin gerne in Gesellschaft und gleichzeitig ziehe ich mich gerne zurück

Am Workshopende kommentierten wir unsere Werke und eine Frau hatte so ein überfülltes Bild, dass ein Kopf aus dem Bild herausgeschaute. Ich bemerkte spontan, dass sie die Grenzen vom Bild erweiterte, worauf die Judith meldete: „Wer den sonst macht eine Bemerkung, wenn nicht unsere „strukturierte“ Tina?“. 😀 😀 😀 Nutzt nichts, diese Strukturen begleiten mich einfach, aber mein Schnüffelhund ist schon unterwegs und prüft nach, wann sie mir dienlich und wann sie einengend sind.

Auch die Tage nach dem Workshop arbeitete es in mir, einzelne Situationen blitzten in meinen Gedanken auf, ich verarbeitete weiterhin, was ich erlebt und gelernt habe.

Am Dienstag ist mir in der Arbeit aufgefallen, dass wir seit einem Monat unseren Wochenkalender nicht abgerissen haben. So riss (!!! 🙂 ) ich eine Woche nach der anderen ab und sah, dass im Kalender ein Druckfehler war und 2 Wochen doppelt gedruckt wurden. Da las ich nochmals den Wochenspruch und fing zum lachen an. Es passte wunderbar zu den Dingen, wie wichtig die Erlebnisseminare sind – also nicht nur Theorie lernen, sondern hauptsächlich selbst spüren und erleben. Ich „umrahmte“ zwei mal das Bild und hing es in der Arbeit, sowie zu Hause auf:

Spruch-Kopie-1024x576

Vielen Dank Judith und allen Seminarteilnehmern für die wunderbaren Erlebnisse und ich freue mich schon auf den nächsten kreativen Workshop!


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